Metzelder – Darum darf die BILD nicht mehr berichten | Herr Anwalt

Avatar Tim Hendrik | 13/01/2020 3517 Views

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Kurz vor dem Jahreswechsel wollen wir einmal über Christoph Metzelder und die Berichterstattung in Bild & Co sprechen.

Denn eigentlich müsste Christoph Metzelder ja jede Woche aufs Neue medial hingerichtet werden. Jedoch haben dessen Anwälte erfolgreich eine einstweilige Verfügung gegen Axel Springer erwirkt.
Und seitdem herrscht Schweigen in diesem Fall

Aber warum darf die Bildzeitung eigentlich nicht weiter über Metzelder berichten?
Dafür müssen wir uns mit den Grundsätzen der Verdachtsberichterstattung auseinandersetzen.
Grundsätzlich haben Medien zwar die Aufgabe, die Öffentlichkeit über bestimmte Dinge die in der Gesellschaft so passieren, zu informieren.
Problematisch ist dabei jedoch, dass theoretisch ein völlig Unschuldiger medial an den Pranger gestellt werden und dadurch sogar erhebliche berufliche Nachteile erleiden könnte
Jörg Kachelmann und Andreas Türk sind dafür die besten Beispiele.

Und um da einen Ausgleich zu schaffen, hat man die Grundsätze der Verdachtsberichterstattung entwickelt um das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Beschuldigten zu schützen.

Was sind nun die Voraussetzungen der Verdachtsberichtserstattung?

1. Es besteht ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit (bzgl. Tat und Identität der Person).
2. Es liegt ein Mindestbestand an Beweistatsachen vor.
3. Die journalistische Sorgfaltspflicht.
4. Der Betroffene wird nicht vorverurteilt.

In diesem Video schauen wir uns diese Voraussetzungen für eine Berichterstattung einmal genauer an und ich sage auch noch ein paar Worte zum konkreten Fall.


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